Webseiten in Zukunft nicht mehr auf 1024 optimiert

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Wie breit darf eine Webseite sein? Die meisten werden antworten: 960px, da noch viele mit 1024×768 surfen und durch den Netbook-Trend (War oder ist das überhaupt einer?) stärker wieder mit niedrigeren Auflösungen gesurft wurde, aber ist das nicht schon wieder altbacken? Wie relevant sind die 1024er User überhaupt?

Optimiert auf 1024x768px!?

Focus - 990px + Werbung! Das ist absoluter Rekord und ein klarer Trend!1024 ist noch wichtig, aber nicht mehr so!

Wir haben das Jahr 2010 und viele surfen noch mit so grausam niedrigen Auflösungen – unglaublich. Es war nicht lang her, da war die Standardauflösung noch 800×600 fürs Surfen. Je nach Webseite und Statistik surfen ca. 20% plus minus 5%  noch immer mit einer 1024er Auflösung, aber mehr als 70% surfen bereits mit einer höheren Auflösung und hier ist der springende Punkt.

Die meisten predigen für die “niedrigste” Auflösung zu designen, was 1024 bzw. etwa 960px ist, aber das muß und sollte je nach Kunde, Webseite immer neu evaluiert werden und zukunfsorientiert konzipiert werden. Das ist besonders spannend, bei Nachrichten- und Magazinwebseiten zu verfolgen. Bei Firmenauftritten, Microsites, privaten Websites, Portfolios etc. würde ich meisten zu einer 1024er optimierten Webseite tendieren, aber bei Nachrichten- und Magazinwebseiten, die stark von Anzeigen/Bannern/Werbung auf ihren Webseiten abhänging sind, ist es anders. Schauen wir uns bekannte Webseiten aus dem deutschen und internationen Markt an, die einen klaren Trend aufweisen:

Ja und Nein!

Jetzt könnte man meinen, alle Webseiten sind tatsächlich noch auf 1024 optimiert, aber das ist nicht mehr richtig. Der neuste und bekannteste Relaunch in letzter Zeit war Focus! Der Header ist flexibel, geht auf die volle Breite und der Content ist ganze 990px breit – es fehlen aber noch die Werbeeinblendungen: Skyscraper, Wallpaper bzw. der neue”Super Wallpaper”, die teilweise mehr als 300px breit waren und somit  kaum noch auf einer 1024er Auflösung zu sehen sind. Andere Newsseite verkehren nicht anders und werden auch immer breiter, damit verzichten sie ganz bewußt auf die volle Sichtbarkeit bei dieser Auflösung. Es fühlt sich ganz so an, sie wollen nicht mehr auf 1024 gehen, aber ganz darauf verzichten können die Webseiten dann eben nicht – denn da kommt noch das Geld.

So tasten sich die Nachrichtenseiten langsam an und das ist auch der richtige Weg. Es stellt sich nämlich die Frage, macht eine Wallpaper Werbeeinblendung auf einer 1024er Auflösung überhaupt noch Sinn? Will der User eine Webseite anschauen, wo man kaum noch die Werbung “abblenden” kann? So geht z.B. Focus klar von wesentlich höheren Auflösungen aus und vergrößert den Standard Wallpaper um fast 50% in der Breite – das ist konsequent gedacht, umgesetzt und mehr oder weniger schön.

Qualitative Werbung integrieren

Wenn Werbung nervt, dann nervt das die Kunden und die Reputation der Marke beim Kunden – auch wenn nervige Werbung erfolgreich sein kann (Man erinnere sich noch an Jamba!Gibt es die Art von Werbung überhaupt noch?). Restplatzvermarktung (ungenutzte Werbeflächen vermarkten) bringt keinem was. Der User bekommt billige, nicht relevante Werbung zu sehen, die Webseite bekommt deutlich weniger pro Klick/Einblendung und die Marke “trifft” nicht die gewollte Zielgruppe oder schadet sogar der Marke.

Google, Apple und nun auch Focus haben es verstanden. Google Adwords haben den Markt revolutioniert – Kontextrelevante Werbung! Apple wiederum will mit iAd den Markt für “mobile Werbung” revolutionieren und ich glaube fest daran, sie werden es auch schaffen. Es ist noch ein kleiner Markt, im Verhältnis zum Web, aber der Kauf von Admob durch Google und Quattro durch Apple zeigt wie wichtig es sein wird, richtig aufgestellt zu sein. Wer es richtig macht, wird ähnlich wie Google den Markt anführen und revolutionieren.

Focus setzt den Trend: Qualitativ hochwertige und attraktive Werbung.

Die Konzipierung für Nachrichten- und Magazinwebseiten ist also mehr als spannend – Online Editorial Design! Wie wird Werbung platziert? Wie intergriere ich ein Skyscraper? Wo ist Platz für neue Werbeformate? Wo ist neuer Platz für Werbung? Wie viel Werbung muß auf jeder Seite sein? Alles Fragen, die eine wichtige Rolle bei der Konzipierung spielen. Ich finde die Entwicklung spannend, mehr Raum für Inhalte, mehr Raum für gute Werbung und mehr Raum für das Auge. Werbung muß intelligent ins Design platziert und integriert werden – und immer transparent und fair. Klingt blöd, aber schon mal auf Facebook die Anzeigen gesehen?Weg klickbar, hallo wie genial ist das bitte?Eine geniale Idee!

Nun Frage ich mich noch was anderes! Wieso sind Nachrichten- und Magazinwebseiten nicht horizontal aufgebaut? Die Breitbildschirme bieten es doch gerade zu an? Sie werden eher breiter als höher! Was für interessante neue Werbeformat würden sich plötzlich ergeben? Vollformatige Werbung, es könnte sich wie ein “blättern” anfühlen, aber das größte Gegenargument derzeit: Schon mal seitwärts mit der Maus gescrollt? Richtig, mit den meisten gehts eben nicht (Es sei denn, man hat ne Magic Mouse von Apple oder ein Trackpad *g*)! Auch wenn man das sicherlich mit einem Script verändern könnte und ein nach unten scrollen nach rechts interpretieren könnte. Ich bin gespannt und bald werdet ihr auch etwas zu sehen bekommen!

1024 ist leider noch Realität

Webseiten mit viel Content und einer großen Reichweite werden noch eine ganze Weile nicht ganz auf die 20% mit einer 1024er verzichten können, denn auch die bringen Geld in die Kassen, aber um so größer die Herausforderung für diese Zielgruppe Werbung besser zu integrieren und auf der anderen Seite für höhere Auflösungen bessere und attraktive Werbeflächen zu finden.

Die größeren Auflösungen werden es in Zukunft ermöglichen, attraktivere Werbeflächen auf Webseiten zu finden, stärker dem Magazin näher zu kommen und damit auch tatsächlich dann von Premiumwerbung zu reden. Vollbildwerbung und Layer sind nämlich keine Premiumvarianten – sie nerven nur. Interaktive, “ausziehbare”, wegklickbare und faire Werbung, das sollte das Ziel sein.

 

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  1. Nie mehr zum Briefkasten!
  • Nick

    Najagut, aber hierzu 2 Fragen bzw. Anregungen:

    1.: Ist das wirklich auf diese Auflösung ausgelegt? Ggf. wird das nur auf großen Bildschirmen so angezeigt und auf kleinen kleiner? Ich habe mir den Quelltext jetzt nicht angesehen, aber mit Javascript geht das ja wunderbar. Und (meiner Meinung nach) kann man heutzutage davon ausgehen, dass jeder Javascript hat. Wer das nicht hat, hat eben Pech gehabt. Sehen auch die meisten Kunden so. Und mal ganz ehrlich: Natürlich ist es toll, wenn jeder alles perfekt sieht, aber man kann nunmal nicht immer auf die letzten 0,02% Rücksicht nehmen. Wenn einer ein Auto kauft, das 6,50 Meter breit ist, darf er sich auch nicht wundern, dass er damit nicht auf normalen Straßen fahren kann. Wer Javascript deaktiviert oder noch so antiquierte Browser verwenden, die das nicht können, der hat eben auch Pech gehabt. Das gehört nunmal zur Nutzung der Technologie Internet dazu. Wenn ich davor Angst habe muss ich es halt bleiben lassen. Wenn ich vor der Strahlung meines Handys Angst habe kann ich auch nicht erwarten, dass mir mein Mobilfunkanbieter ein Endloskabel anschließt und mir das durch die ganze Weltgeschichte hinterherträgt, damit ich telefonieren kann.

    2.: Vielleicht haben die Verlage auch gar nichts dagegen, wenn so mancher Kunde die Werbung nicht wahrnimmt, weil sie nicht mehr auf den Bildschirm passt. Schließlich wird in der Branche oft nach TKP (also “Einblendungen” und nicht “Wahrnehmung”) bezahlt, somit ist es vielen wohl (bei gleicher Bezahlung) lieber, mehr Platz für die Inhalte zu haben. Und die Gefahr, dass mal ein Manager der werbenden Firma mit einem kleinen Bildschirm da draufgeht, ist recht gering. Zumal er es erfahrungsgemäß sowieso nicht verstehen und das seinem Computer, den Cookies oder der schlechten WLAN-Verbindung zuschreiben würde ;-)