Ein voller Erfolg: Tag der Master an der HTWG Konstanz

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Plakat_MastertagMein Hochschule hat ein neues Aushängeschild: “Tag der Master” für den Studiengang Kommunikationsdesign an der HTWG. Gestern gab es Vorträge von Master Absolventen und Professoren zum Thema “Wohin entwickelt sich der Designerberuf?Welche aktuellen Designtrends sind zu beobachten?” und es war wirklich spannend. Anschließend gab es eine Podiumsdiskussion mit:

  • Dr. Aladdin Jokhosha, Vorstandsvorsitzender der AGD (Allianz deutscher Designer)
  • Henning Krause, Präsident des BDG (Bund Deutscher Grafik-Designer e.V.);
  • Thilo Rothacker, Illustrator, Stuttgart; ADC-Vertreter;
  • Andreas Rotzler, Chief Creative Officer, Central and Eastern Europe, von Interbrand, Zürich;
  • Jo Wickert, Professor für Interface Design an der Hochschule Konstanz.

Sehr interessant waren außerdem drei Vorträge von der Master Absolventin Vanja Misic, Professoren Prof. Jo Wickert und Prof. Brian Switzer. Es war ein gelungener Tag, sehr viele, interessante Beiträge und beim anschließenden “Master Grillen” gab es genau spannende Gespräche zwischen Studenten, Professoren und den Podiumsgästen. Ich hoffe, dieser Tag wird fester Bestandteil des Studiengangs. Viel Erfolg damit! Aber hier noch ein paar Auszüge

Be Well – A Austainable Service Design Project

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“Be Well ist ein Supermarkt der vorwiegend Produkte ohne Verpackung verkauft und mit hilfe von wieder benutzbaren Containern die Ware für den Kunden transportieren lässt. Zugleich wird der Kunde über nachhaltiges Handeln informiert und erhält die Möglichkeit zwischen den verschiedenen Produkten je nach “Foot Print” Auswirkung zu entscheiden. Der Supermarkt soll Menschen zu einer Gemeinschaft heran führen und ihnen eine PLattform bieten ökologisch und nachhaltig zu handeln.

Die Masterarbeit wurde entwickelt im Bereich Service Design, der Schnittstelle zwischen Kommunikationsdesign, Dienstleistungsmanagement und Marketing um eine nachhaltige “Shopping Experience” gestalten zu können.”

Vanja Misic erzählte, wie sie in Australien oder eben auch in Deutschland im Aldi Supermarkt stand. Die Leute beobachte, wie sie nach dem Bezahlen hastig ihren Einkauf in den Warenkorb/Einkaufstasche legten, dann zur der großen Tischreihe am Schaufenster gingen und alle Verpackungen in  Mülleimer reinwarfen. Sowohl Aldi als auch den Konsumenten war die Methode gängig.  Der Ausgangspunkt der Master Thesis…

Ziel des “BeWell” Konzept ist es nicht, einen Supermarkt mit Bioprodukten zu versehen, sondern ein ganzheitliches Konzept für den Konsumenten zu finden. Der Kunde und der Supermarkt sollen Müll vermeiden, über Nachhaltigkeit informieren, Qualitätsbewusstsein fördern und Verantwortung beim Kunden fördern. Es ist ein Supermarkt, der ohne herkömmliche Verpackungen lebt, gezielte Kundenwünsche erfüllt und vor allem: Er soll anregen, lust auf mehr machen und eine “Shopping Experience” beim Kunden erfahren. Nachhaltigkeit soll “sexy” (das Wort mußte einfach sein) sein. Sie möchte das eigentliche Einkaufen in den Hintergrund stellen, es geht um das Bewußtsein von dem, was man kauft. Was kaufe ich überhaupt? Was steckt drin? Was kann ich damit machen? Woher kommt es?

Der Kunde soll “BeWell” erleben können, Menschen helfen sich wie in einer Community geben Tipps, es soll Komfort bieten, es stärkt das Bewusstsein für Qualität, Nachhaltigkeit und vor allem, es soll Gesund sein. Der Supermarkt wird zu einem Treffpunkt, Offline und online stehen Informationen, Community und “Desire” im Vordergrund.

Ein tolles Konzept, das bei den Professoren und den Studenten Lust auf mehr gemacht hat. Das Konzept hat Potential und wir sind gespannt, wann es soweit ist.

Interfacedesign ohne Maus und Bildschirm.

Prof. Jo Wickert gab uns Indizien, warum die Maus und der Bildschirm das richtige Eingabewerkzeug in den letzten 40 Jahren waren, aber in Zukunft keine Daseinsberechtigung mehr haben werden. Was die ersten Indizien dafür sind? Das iPhone kennt natürlich jeder, der Touchscreen, die Bedienung eines Handys wurde von Apple revolutioniert, die Wii hat gegen die Playstation gewonnen, weil es ebenfalls ein neues Bedienungskonzept zeigte, Augmented Reality bietet plötzlich Möglihckeiten, die Realität mit zusätzlichen Informationen, Animation etc. aufzuwerten oder zu erweitern und und und. Dennoch gibt es diese Technologien schon seit Ewigkeiten. Die Technologien hinter diesen Bedienungskonzepten sind veraltet und keine Revolution.

Weitere Indizien? Schon mal in den Media Markt gegangen? Früher war der Media Markt zu 1/4 der Fläche nur für Computer reserviert, aber heute sind es vielleicht nur noch 1 /8 der Fläche. Noch mehr Indizien? Microsoft kämpft seit Jahren mit der Vermarktung von Windows, nicht zuletzt mit Windows Vista ist Microsoft eine große Schlappe gelungen, die einen Veränderten Markt zeigt. Was zeigt das? Wird es keine Computer mehr geben? Kein Windows? Doch wird es, aber es ist nicht mehr der schnellere PC oder das neuste Windows. Sicherlich 50-60% der User brauchen nicht annähernd die Rechenleistung, die in ihrem Computer angeboten wird. Das zeigt der Trends der Netbooks, sie sind um ein vielfaches langsamer, aber vielen Usern reicht diese Leistung. Genau so ist es mit Windows, es ist eine Sättigung des Marktes zu spüren. Keiner zahlt mehr 300-400€ für ein Betriebsystemupdate! Apple hat es verstanden und wird das neue Snow Leopard Update für 30€ anbieten. Microsoft geht einen ähnlichen Weg mit Windows 7 und bietet eine abgespeckte Version von Windows für einen günstigen Preis an.

Wieso hat aber die Maus und die Tastatur fast unverändert überlebt? Zwei einfache Antworte: Die Tastatur bedient sehr direkt, ist präzise und die Tasten sehr genau. Man kann nicht viel falsch machen, es sind im Grunde nur Schalter. Die Maus ist eher intuitiv und eigentlich auch eher ungenau, aber sie ergänzt die Tastatur hervorragend und zusammen steuern sie Programme. Was sind die Alternativen zu Maus und Computer? Mit Augmented Reality, Wii-Control, Touchscreens etc. stehen andere Bedienungskonzepte in den Startlöchern, aber um die Maus und die Tastatur abzulösen, brauch es mehr.

Kriterien für neue Konzepte

  • Mobilität Wir sind nur noch selten an einem Ort
  • Globalisierung Wir sind und möchten überall sein, es gibt keine Grenzen
  • Belegbare Individualisierung Der Umgang damit muß individuell funktionieren, verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung und Ausschöpfung des Konzept
  • Verfügbarkeit/Erreichbarkeit Es muß bezahlbar sein, eine Maus kann sich jeder kaufen
  • (Usability) Apple macht mit seinen Produkten keine Usability-Checks, Apple Produkte sind innovativ, aber nicht intuitiv! Apple bringt den Konsumenten neue Bedienungskonzepte bei und das sehr erfolgreich. Wenn es Usability ein Kriterium wäre, würde es viele Erfolgreiche Produkte nicht geben…

Warum Designstrategie und -forschung?

Wieso gibt es in Vorständen keine Designer? Wieso sitzen in den Vorständen BWLer, Marketingleute und Controller? Hertie und GM haben nicht verstanden, dass auch Designer eine Daseinsberechtigung haben. Wo stehen sie heute? Wo steht Apple? Apple wird von zwei Designern geführt: Steve Jobs und Jonathan Ive! Es ist Innovation und Design, wofür Apple steht. Wir müssen als Designer ganz nach oben, denn wir haben das Wissen. Wir bringen und können frischen Wind in Unternehmen bringen. Wir denken anders, grenzenlos und innovativ. Wir gehen Strategien anders an, wir kennen den Markt anders und verstehen, dass ein Unternehmen auch eine Designstrategie braucht und erforschen muß, was will der Konsument?

Fazit

Der “Tag der Master” gab einen guten Überblick darüber, was im Master Studiengang von den Absolventen geschaffen wurde und was die Professoren machen. Worüber sie nachdenken, wofür der Master steht und was sie bewegen wollen. Die Podiumsdiskussion war eher oberflächlich, irgendwo dennoch interessant, aber es gab nur wenig neues zu erfahren. Es wirkte mehr wie eine Selbstdarstellung. Dennoch gab Prof. Jo Wickert einige Ausblick über seine Forschungsarbeit, in der er Agenturchefs fragt: Was soll ein Designer können, um bei Euch anzufangen! Generalisten? Oder doch Spezialistin? Die Diskussion wurde von Prof. Jo Wickert mit einem Zitat abgeschlossen, das er in einem  Experteninterview mit einem Agenturchef aufschrieb:”Ich würde niemals jemanden einstellen, der nur 6-7 Semester Studiert hat.”

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